„Die Provinzialhauptstadt Münster wird in diesen Tagen um eine Sehenswürdigkeit reicher. Mit vieler Mühe und erheblichen Kosten hat der Sport Club Preußen von 1906 e.V. als ältester und größter Verein der Stadt auf städtischem Gelände an der Hammerstraße, kurz hinter der Eisenbahnbrücke, eine Stadionanlage geschaffen, die nach allen Seiten hin als außerordentlich glücklich und gut angelegt angesprochen werden kann. Es gehörte außerordentlich viel Mut und viel Geschick dazu, aus dem rund 58.000 qm großen Sandloch eine solche Anlage in verhältnismäßig kurzer Zeit zu schaffen“, hieß es 1926 im Münsterischen Anzeiger. Anlass war die Einweihung des Preußenstadions durch den damaligen Oberbürgermeister Dr. Georg Sperlich, einer prägenden Figur des ambitionierten Projektes
Mit Platz für 13.000 Zuschauer war es nicht nur das größte Stadion Westdeutschlands, sondern galt seinerzeit als eine der modernsten Sportstätten Deutschlands. „In den Mittelpunkt der Veranstaltungen ist ein Fußball-Turnier gestellt, an dem der sattsam bekannte Sport Club Viktoria 1895 e.V. Hamburg, der Duisburger Spielverein und der Düsseldorfer Sport Club1899, sowie der Sport Club Preußen selbst teilnehmen“, berichtete der Münsterische Anzeiger vom Auftaktprogramm an der Hammer Straße. „Ein verdienter Sieg für Viktoria Hamburg gegen ein kämpferisches, aber überfordertes Team von Preußen Münster“, wertete der anschließende Spielbericht. Endstand 1:4.
100 Jahre später erinnert abgesehen von historischen Berichten nur noch wenig an den 12. Juni 1926. Vom „aufgeschütteten Sandloch“ ist spätestens seit dem Rückbau der Nordtribüne nichts mehr zu sehen, die Wälle, die lange das Stadionbild prägten, sind im Zuge der Modernisierung des LVM-Preußenstadions längst modernen Baukörpern gewichen, bzw. warten auf deren Errichtung bis Ende 2027. Genrationen von Preußenfans pilgerten bereits an die Hammer Straße und ganz sicher werden noch viele folgen.
